Tagung

G. Schnieders, Erfolgreiches Gestalten - Über konzeptgeleitetes Bauen zu einem gewaltfreien Milieu

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Georg Schnieders ist diplomierter Pflegewirt, Pflegedirektor der Privat-Nerven-Klinik Dr. med. Fontheim in Liebenburg und stellvertretender Landesvorsitzender der BFLK in Niedersachsen/ Bremen. Der Vortrag Erfolgreiches Gestalten - Über konzeptgeleitetes Bauen zu einem gewaltfreien Milieu ließ in eindrucksvoller Weise Bilder und Fotos der baulichen Maßnahmen und der Inneneinrichtung für sich sprechen. Schnieders beachtete acht Kriterien - Vertrautheit, Reiz, Funktionalität, Sicherheit, Beziehung, Intimsphäre, Identität, Körperempfinden - bei der Planung und dem Umbau einer Station mit der Prämisse eines gewaltfreien Milieus.

T. Nitsche, Legitimation von Zwangsbehandlungen im Maßregelvollzug.

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Tina Nitsche, Soziologin und Kriminologin aus der Klinik Nette Gut für Forensische Psychiatrie an der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach befasste sich in ihrem Vortrag mit der Legitimation von Zwangsbehandlungen im Maßregelvollzug. Was halten Mitarbeiter für Zwangsmaßnahmen? Welche Fürsorgeprinzipien legen sie zugrunde? Nitsche stellt die Ergebnisse ihrer qualitativen Studie vor und beantwortet nachvollzieh-bar die aufgestellten Fragen. Der Vortrag war geprägt von einem wissenschaftlichen Vorgehen, der treffenden Wortwahl und dem Engagement der Referentin. Bei Interesse für die Präsentation wenden Sie sich bitte direkt an die Referentin.

U. Braamt, Veränderungsprozess im Bereich Zwangsbehandlungen

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Uwe Braamt, Supervisor, Gestalttherapeut, Pflegedirektor der LWL Klinik Herten und Vorstandsmitglied des BFLK Landesverbandes NRW stellte unter dem Tagesmotto Praktische Psychiatrische Pflege den Veränderungsprozess im Bereich Zwangsbehandlungen in der Hertener Klinik vor. Braamt verstand es dieses durchaus heikle Thema sachlich und auch ehrlich vorzutragen. Nicht jede beschriebene Interventionsform hat sich bis heute erhalten. Der sehr gut aufgebaute Erfahrungsbericht stand unter einer zentralen Klammer, "nicht eine Berufsgruppe ist entscheidend, Verringerung von Zwangsmaßnahmen muss von vielen getragen werden," so Braamt.

P. Ullmann und G. Gantschnig, Skill und Grade Mix in der Psychiatrie

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

M.Sc. Peter Ullmann, Pflegeexperte und Präsident des Deutschen Netzwerk ANP & APN sowie Mag. Günter Gantschnig, Pflegeexperte und Präsident der Akademischen Fachgesellschaft Mental Health Care im Deutschen Netzwerkes APN & ANP aus Goch beschrieben den von Ihnen erhobenen Skill und Grade Mix in der Psychiatrie. Die Sensibilisierung dieser Thematik und die für die Schweiz erhobenen Zahlen würden auch in Deutschland eine Diskussion auslösen, "denn Skill und Grade Mix verändern auch die Organisationskultur," so Ullmann. Etwas zum Schmunzeln aus der Studie: "Je höher die Qualifikation desto weniger Stellenbeschreibungen gibt es," Gantschnig.

M. Löhr, Personalbemessung in der Psychiatrie 2.0

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Prof. Michael Löhr, Pflegewissenschaftler und Lehrstuhlinhaber für Psychiatrische Pflege an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld, BFLK-Mitglied und Sprecher des Netzwerk Entgelt. Mit seinem Vortrag eröffnete er am zweiten Tag den Themenblock Personalbemessung. Der Titel Personalbemessung in der Psychiatrie 2.0 ist Programm. Er lüftet in seinem Vortrag unter anderem ein bislang gehütetes Geheimnis und gab eine Antwort auf die Frage: Wieviel Prozent Psych-PV setzen die Kalkulationshäuser ein und welche Auswirkungen hat diese Zahl. Die Antwort mit der genauen Prozentzahl klingt allen Teilnehmern noch im Ohr und viele fühlten ihr Bauchgefühl bestätigt.

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