Koalitionsvertrag in Schleswig Holstein wertet die Pflege auf

Frank Vilsmeier – BFLK-Landesvorsitzender Hamburg/ Schleswig Holstein – Vorsitzender Landespflegerat Schleswig Holstein

Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein wertet die Pflege auf

Pflegerat Schleswig-Holstein begrüßt die Absichten der Regierungskoalition

Rickling, 26.06.2012 - Mit dem Regierungswechsel haben die drei koalierenden Parteien SPD, Bündnis90/Die Grünen und der SSW einen deutlichen Richtungswechsel in der pflegerischen Versorgung beschlossen. Schon auf der diesjährigen Fachtagung des Schleswig-Holsteinischen Pflegerates im Februar wurden seitens der damaligen Opposition deutliche Aussagen in Richtung eines Politikwechsels zur Gesundheitsversorgung gemacht. In der Regierungsverantwortung setzt sie diese jetzt um. Ein Demenzplan, der Ausbau von Pflegestützpunkten und die zweijährige Vorlage eines Landespflegeberichtes sind in Schleswig-Holstein längst überfällig. Versäumnisse der letzten Jahre werden abgearbeitet. Dazu kommt ein klares Bekenntnis zum Behalt des UKSH in Trägerschaft des Landes. Die wohnortnahe stationäre Grundversorgung soll ebenfalls gefördert werden.
Für die Berufsangehörigen in der Pflege besonders spannend sind die Aussagen zur Entwicklung der Berufsbilder. Die neue Landesregierung setzt sich unmittelbar für die Selbstverwaltung der Pflegeberufe ein, indem sie die Pflegekammer mit Berufsordnung auf den Weg bringen will. Der Landespflegerat wird zudem künftig im Landespflegeausschuss beteiligt sein.
Sinnvollerweise sollen auch nichtausbildende Betriebe an einer Altenpflegeausbildungsumlage beteiligt werden. Die völlig unzeitgemäße Finanzierung des Altenpflegeberufes mittels Schulgeld durch das Land bzw. von den Auszubildenden würde dadurch endlich abgeschafft. Die Aufstockung von Ausbildungsplätzen soll in diesem Wachstumsbereich die Auswirkungen der demografischen Entwicklung und den erhöhten Pflegebedarf abfedern.
Darüber hinaus wird die Reform der Pflegeausbildungen zu einem einheitlichen Pflegeberuf jetzt auch in Schleswig-Holstein nachhaltig unterstützt. Gut auch die angestrebten Differenzierungsmöglichkeiten bis hin zu einem Studium Pflege. Hier allerdings fehlt eine klare Aussage, dass auch im Land entsprechende Studienmöglichkeiten forciert und geschaffen werden müssen. „Es ist ein Unding, dass z.B. Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen ein Studium in Nordrhein-Westfalen wahrnehmen müssen, da es entsprechende Angebote in Schleswig-Holstein oder Hamburg selber nicht gibt.“

Fazit: Unterm Strich sind das viele, ausgesprochen positive Signale, die seitens der im schleswig-holsteinischen Pflegerat vertretenen Berufsverbände ausdrücklich unterstützt werden.  Allerdings sei an dieser Stelle auch angemerkt, dass die Zeit der vollmundigen Versprechungen vorbei ist. Politik wird an ihrem Handeln gemessen. „Der Pflegerat wird nachdrücklich auf ein Einhalten der im Koalitionsvertrag gemachten Versprechen achten und sich aktiv beteiligen“, so der Vorsitzende, Frank Vilsmeier.  „Vertrauen ist in der Politik das entscheidende Kapital. Der Pflegerat Schleswig-Holstein steht für eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit bereit.“

Mit freundlichen Grüßen

Frank Vilsmeier
 

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