Newsletter: Netzwerk Entgelt im November 2011

Siegmund / Löhr

Newsletter Netzwerk Entgelt November 2011: Am 26.09.2011 fand das zweite Treffen des Netzwerkes Entgelt in Mannheim statt. Seit dem ersten Treffen im Juni 2011 hat sich zum Thema Neues Entgeltsystem viel getan. So ist das Netzwerk seit dem ersten Treffen um neue Teilnehmer bspw. mit Vertretern aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Medizincontrollern gewachsen und die Tagesordnung für dieses Treffen war voll gepackt mit ersten Ergebnissen zu den eingereichten Vorschlägen für den OPS-Katalog 2012, die zu Beginn diesen Jahres in Gütersloh auf der Konsensuskonferenz verabschiedet und beim DIMDI eingereicht wurden. Diese zeigen, dass sich die Vernetzung und die konstruktive Beteiligung der Psychiatrisch Pflegenden in die Entwicklung des neuen Entgeltsystems lohnen, auch wenn nicht alle eingereichten Vorschläge für den Katalog vom DIMDI berücksichtigt wurden. Folgende Änderungen für den OPS-Katalog 2012, die für die psychiatrische Pflege relevant sind wurden im Juni 2011 bei einem Treffen der Vertreter der Spitzenverbände der gesetzlichen und privaten Kostenträger, der Deutschen Krankenhausgesellschaft sowie Vertretern verschiedener Fach- und Berufsverbände vorgestellt und diskutiert:

1.) Psychiatrische Pflege wird die Krisenintervention nach den gleichen Kriterien, wie sie bisher für den medizinischtherapeutischen Dienst galten, ab 2012 kumuliert, dokumentieren.

2.)Der Begriff Psychosoziale Pflege wird wieder durch den Begriff spezialisierte psychiatrische Pflege ersetzt.

3.) Die Bereiche Psychoedukation, Gespräche mit Angehörigen und Betreuern, usw.. sollen ab 2012 auch als Verfahren der psychiatrischen Pflege gelistet sein. Für folgende Vorschläge konnte unter den Fachvertretern kein Konsens erreicht werden:

4.) Bei der Begrifflichkeit "Betreuung und Behandlung durch spezialisierte psychiatrische Pflege" konnten sich die Beteiligten nicht darauf einlassen Behandlung genauer zu definieren, um den Begriff Betreuung zu streichen. Es konnte sich auf die Formulierung "Behandlung und spezielle Interventionen" geeinigt werden.

5.) Streichung des Begriffes "psychiatrische Grundpflege". Hier gab es keine Einigung für den Katalog 2012. An diesem Punkt wurde lange über den Inhalt und die tatsächliche Ausdruckskraft diskutiert. Es wurde deutlich, dass nicht nur der Begriff "psychiatrische Grundpflege" überflüssig ist, sondern der komplette Absatz überarbeitungswürdig ist. Dieser Vorschlag ist auf Wiedervorlage für 2013 genommen worden, mit dem Ziel, dass die unterschiedlichen Fachverbände sich im Vorfeld auf eine bessere Formulierung einigen können. Das Netzwerk Entgelt wird hierfür einen Vorschlag erarbeiten.

6.) Milieutherapie als Mindestmerkmale wurde nicht berücksichtigt.

7.) Eine separate Kodierung der Berufsgruppe Pflege wurden ebenfalls nicht berücksichtigt. Anfang September 2011 hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Eckpunktpapier vorgeschlagen, aus denen die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Ausgestaltung des neuen pauschalierenden Entgeltssystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen hervorgehen. Diese sollen nun mit den Selbstverwaltungspartnern diskutiert werden. Zusammenfassung der Vorschläge: Die Einführung des neuen Entgeltssystems beginnt mit einer 4-jährigen budgetneutralen Phase mit 2 Optionsjahren ab 2013. D.h. die Abrechnung 2013 und 2014 nach dem neuen Psych-Entgelt-System erfolgt für die psychiatrischen Einrichtungen freiwillig. Die Jahre 2015 und 2016 sind verpflichtende Jahre, die unter Budget geschützten Bedingungen stattfinden. In diesen 4 Jahren werden die Budgets für die psychiatrischen Einrichtungen unter den jetzigen Bedingung verhandelt. Allerdings ist die Nachverhandlung von Personanalstellen nach Psych-PV in dieser Phase nur möglich, für Kliniken, die sich entschließen zu optionieren. Gleichfalls werden Mehr- und Mindererlöse für 2013 und 2014 zwar weiterhin durchgeführt, allerdings ist die Mindererlösausgleichsquote für optionierende Einrichtungen höher (75%) als bei nicht optionierenden Kliniken (20%). Kodierbedingte Mehrerlöse werden zu 100 % ausgeglichen als Schutz vor anfänglichen Kodiermängeln. Der Budgetneutralen Phase soll sich eine 5-jährige Konvergenzphase anschließen, die 2017 beginnt und 2021 enden soll. Weiter spricht sich das BMG für eine Stärkung und Weiterentwicklung sektorübergreifender Versorgungsstrukturen und Modellvorhaben aus und schlägt den Selbstverwaltungspartner eine Vereinbarung zur Sektorübergreifenden Fallsteuerung im Sinne eines Case-Managements vor. Des Weiteren ist eine bundeseinheitliche Leistungsdokumentation der psychiatrischen Institutsambulanzen als Voraussetzung für die Durchführung des PIA- Prüfauftrages (lt. §17d Abs. 1 Satz 3 KHG9 vorgesehen und die Möglichkeit der Eröffnung von Institutsambulanzen an psychosomatischen Kliniken und Fachabteilungen. (vgl. BMG, Vorschläge für Eckpunkte ur Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen für eine pauschalierendes Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen, Stand 31.08.2011) Für die Ermittlung des „Grundrauschens“ bzw. Residualgröße werden derzeit unterschiedliche Modelle von den Kalkulationshäusern erprobt. Wunsch des INEK ist es, ein einheitliches Modell zur Ermittlung der Betreuungsintensität zu entwickeln. Dies soll im Rahmen einer kleinen Arbeitsgruppe innerhalb des Netzwerkes Entgeltsystem erarbeitet und nach Abstimmung mit weiteren Fachverbänden dem INEK vorgeschlagen werden. Neue Vorschläge für den OPS-Katalog 2013 können bis Ende Dezember 2011 bei Herrn Löhr oder Herrn Oppermann (loehr(at)bflk.de o. oppermann(at)bflk.de) eingereicht werden, die dann auf der Konsensuskonferenz am 16.01. 2012 in Gütersloh konsentiert und an das DIMDI weitergeleitet werden. Für das Netzwerk: Cordelia Siegmund (Ansprechpartnerin für Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerk Entgelt Michael Löhr (Leitung des Netzwerk Entgelt)