Tagung

M. Löhr, Personalbemessung in der Psychiatrie 2.0

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Prof. Michael Löhr, Pflegewissenschaftler und Lehrstuhlinhaber für Psychiatrische Pflege an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld, BFLK-Mitglied und Sprecher des Netzwerk Entgelt. Mit seinem Vortrag eröffnete er am zweiten Tag den Themenblock Personalbemessung. Der Titel Personalbemessung in der Psychiatrie 2.0 ist Programm. Er lüftet in seinem Vortrag unter anderem ein bislang gehütetes Geheimnis und gab eine Antwort auf die Frage: Wieviel Prozent Psych-PV setzen die Kalkulationshäuser ein und welche Auswirkungen hat diese Zahl. Die Antwort mit der genauen Prozentzahl klingt allen Teilnehmern noch im Ohr und viele fühlten ihr Bauchgefühl bestätigt.

B. Anderl-Doliwa, Hometreatment - Rolle, Kompetenzen und Outcome psychiatrischer Pflege

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Prof. Brigitte Anderl-Doliwa, Stiftungsprofessorin an der Katholischen Hochschule Mainz und Stellvertretende Vorsitzende des BFLK Landesverbandes Rheinland-Pfalz/ Saarland hat mit ihrem Beitrag Hometreatment – Rolle, Kompetenzen und Outcome psychiatrischer Pflege eine wissenschaftlich begründete Lanze für den entwicklungsbedürftigen ambulanten Bereich gebrochen. Sie hat in einer überzeugenden Darstellung aussagekräftige Fakten transparent und nachvollziehbar dargestellt. Zum Schluss gab es einen kleinen Seitenhieb für alle Verfechter von Reduzierung von Verweildauern und damit auch Reduzierung von Beziehungszeit. „Ambulante Versorgung benötigt Zeit,“ so Anderl-Doliwa.

M. Theune, Casemanagement am Beispiel von Home Treatment

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Michael Theune, Vorsitzender der BAPP aus Weinsberg beschrieb Care Management am Beispiel von Home Treatment. Er stellte die Megatrends des Gesundheitsbereichs vor z.B. Ökonomisierung, Individualisierung der Gesellschaft, mündige Patienten und Paradigmenwechsel beim Verständnis von Krankheit. Eine zentrale Aussage seines Vortrages lautete „Ein Krankenhaus ist mehr als seine Bettenanzahl. Die Arbeit verlagert sich dorthin wo sie hingehört, nach Hause.“ Am Schluss seines runden und gut vorgetragenen Vortrags wurde das Publikum von Theune aktiv eingebunden, indem Sie durch Handzeichen Stellung beziehen sollten, ob Home Treatment eine Aufgabe von Pflegenden sei. Eine 100 % Zustimmung war das Ergebnis.

S. Weißflog, Literaturanalyse nationaler und internationaler Modelle zum Hometreatment

R. Kleßmann – BFLK-Pressereferent

Prof. Sabine Weißflog MScN, Pflegewissenschaftlerin und diplomierte Pflegewirtin von der Universität in Frankfurt eröffnete den thematischen Block der Ambulanten Versorgung – das Psychiatrische Krankenhaus in Gegenwart und Zukunft – Bettenproblem oder Dienstleitungsherausforderung? Ihre Literaturanalyse nationaler und internationaler Modelle zum Hometreatment beschreibt unteranderem aktuelle Modelle, die eine intensive Nachsorge als zentralen Aspekt aufweisen. Als Ergebnisse lassen sich Senkung von Wiederaufnahmen, Senkung von Behandlungsabbrüchen, eine hohe Zufriedenheit und auch eine kostengünstige Alternative im Vergleich zu einer „klassischen“ Regelbehandlung festhalten.

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