BFLK Antrag und Begleitschreiben PR NRW zum Forschungsprojekt „Grundlagen des pflegerischen Wirkens bei Patienten mit Aggressivität und Gewalt"

Norbert Nowak - BFLK-Landesvorsitzender NRW

(Düsseldorf) Der Landesverband NRW der Bundesfachvereinigung Leitender Pflegepersonen der Psychiatrie (BFLK) e.V. hat am Ende der parlamentarischen Osterpause den Antrag für ein Forschungsprojekt zu den Grundlagen des pflegerischen Wirkens bei Patienten mit der Pflegeproblematik verbale und nonverbale Aggressivität und/oder Gewalt an Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und an die im Landtag vertretenen Parteien gerichtet. Der Pflegerat NRW begrüßt die Initiative nachdrücklich und hat ein unterstützendes Begleitschreiben an Minister Laumann, der auch Träger des Deutschen Pflegepreises 2018 ist, und die Fraktionen im NRW-Landtag folgen lassen.

Der Landesvorstand der BFLK NRW e.V. erwartet nach den Worten ihres Vorsitzenden Norbert Nowak (Düsseldorf) von dem Forschungsprojekt konkrete Bewertungen und Empfehlungen zu geeigneten Pflegesystemen, Pflegemodellen und Pflegetheorien sowie Transferleistungen von evidenzbasierten Forschungsergebnissen zu pflegerischen Einzelmaßnahmen und Gruppenangeboten an in nordrhein-westfälischen Gesundheits- und Altenhilfeeinrichtungen tätige Pflegepraktiker.

Ludger Risse (Werne) betont in dem unterstützenden Schreiben des Pflegerates NRW, dass im Jahr 2018 Gewalt und Aggressivität, unabhängig von der Fachdisziplin, von der Versorgungsform und von der örtlichen Lage einer Einrichtung, zum pflegerischen Alltag gehören. Beruflich Pflegende erwehrten sich dabei nicht nur gegenüber Patienten und Bewohnern. Oftmals müssten Pflegerinnen und Pfleger zudem bzw. auch auf deren Familienmitglieder und Freunde reagieren. In vielen Fällen gehe es um Leben und Tod oder um Gefühle der Benachteiligung und der schlechten oder unzureichenden Behandlung. Immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus somatischen Einrichtungen fühlten sich auf die pflegerische Begleitung von Personen mit einem Gewaltpotential, welches ihrer Primärpersönlichkeit zuzuordnen ist, gar nicht oder schlecht vorbereitet.

Der Pflegerat NRW erwartet von dem BFLK-Forschungsantrag neue Kenntnisse über pflegerische Beziehungssysteme, über Präventivkonzepte zur Vermeidung von Gewalt und Aggressivität sowie über forschungsbasierte pflegerische Maßnahmen in Situationen der konkreten Gewaltanwendung.

Die politischen Verantwortungsträger in Nordrhein-Westfalen würden bei einer Umsetzung des Forschungsantrages, so Norbert Nowak und Ludger Risse abschließend, ihrer Schutz- und Fachverantwortung gegenüber beruflich Pflegenden in angemessener Weise gerecht werden. Gewalt und Aggressivität seien gesellschaftliche Probleme, die Einrichtungen des Gesundheitswesens ohne die koordinierende Hand der Politik alleine nicht lösen könnten.

Der BFLK-Antrag mit den gesamten Ausführungen ist wie das allumfassende Begleitschreiben des Pflegerates NRW in den Anlagen zu finden.