Attraktivitätssteigerung der Pflege als wichtige politische Aufgabe - Landesvorstand im Gespräch mit dem Gesundheitsminister

Brigitte Anderl-Doliwa – Werner Stuckmann
Personengruppe

Der Landesvorsitzende Werner Stuckmann und die stellv. Landesvorsitzende Brigitte Anderl-Doliwa sind vom Staatsminister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Herrn Alexander Schweitzer, zu einem Gesprächstermin eingeladen gewesen.
 

Hintergrund dieser Einladung war die Anfrage an den Minister, die  Preisverleihung des 3. BFLK-Pflegepreises vorzunehmen, die er aus terminlichen Gründen leider nicht wahrnehmen kann. Stattdessen war die Einladung zu einem persönlichen Gespräch gekommen, das nun in einer sehr freundlichen Atmosphäre stattfand.  Die Psychiatriereferentin des Landes, Frau Dr. Kuschnereit nahm ebenfalls an dem Gespräch teil. Schweitzer signalisierte sein Interesse, die nächste Preisverleihung übernehmen zu wollen.
Neben der Vorstellung der Aktivitäten der BFLK sprachen die Landesvorsitzenden auch das Thema Aufgabenübertragung zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes an. Die Modellprojekte im Land dazu sind abgeschlossen. Leider waren keine Projekte in psychiatrischen Einrichtungen durchgeführt worden. Der Minister sicherte zu, dass dieses Thema weiterverfolgt werde.
Zum Thema Entgeltsystematik in der Psychiatrie äußerten Stuckmann und Anderl-Doliwa ihre Sorge, dass es vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit den DRG`s   in Bezug auf die neuen Regelungen in der Psychiatrie zu Fehlanreizen kommen werde. So müsse eigentlich eine intensive Behandlung außerhalb des stationären Bereiches gefördert werden. Die jetzige Systematik fördere aber ein rein betriebswirtschaftliches Denken, was sich u.a. in einer weiteren "Forensifizierung" von Patienten der allgemeinen Psychiatrie auswirken werde. Die Landesvorsitzenden überreichten die gemeinsame Stellungnahme der BFLK und der Deutschen Fachgesellschaft für psychiatrische Pflege (DFPP).
Auf die Problematik mit den Empfehlungen vom Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte zum Segufix Standard angesprochen, zeigte Schweitzer die Bemühungen des Landes nach einer einvernehmlichen Lösung auf. Er sicherte zu, dass dieses Thema weiter verfolgt und die Einrichtungen in Kürze ein Schreiben erhalten werden. Nach Aussage des Ministers soll die dogmatische Lösung der BfArM nicht umgesetzt werden.
Im Maßregelvollzug sollten neue Wege gedacht werden, so der Landesvorstand der BFLK. Das Thema Langzeitunterbringung und der Standard der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger psychiatrischer Kliniken (BAG) zu diesem Thema solle auf Landesebene genauso diskutiert werden, wie die Möglichkeit, der Zunahme weiterer forensischer Patienten mit der Entlassung in geeignete Einrichtungen zu begegnen. Der Minister und die Psychiatriereferentin sicherten auch zu diesen Themen einen weiteren Diskurs zu.
Stuckmann und Anderl-Doliwa nutzten die Möglichkeit in dem Gespräch auf den Einsatz von anderen Berufsgruppen (Erzieher, Heilerziehungspflegende) in der Psychiatrie hinzuweisen. Es wäre wünschenswert, wenn diese Berufe, die wichtige Aufgaben in der Pflege psychisch kranker Menschen übernehmen, bei Aktivitäten des Landes (z.B. Branchenmonitoring, Pflegekammer, u.ä.) Berücksichtigung finden könnten.
Zum Thema Pflegekammer angesprochen äußerte der Minister seine Bereitschaft, dieses weiter voranzutreiben. Auch wenn die Realisierung nicht ganz einfach sei, müsse der Pflegeberuf attraktiver werden. Eine Pflegekammer sei dafür ein wichtiger Schritt.
Abschließend sicherte der Minister zu, die BFLK als kompetenten Ansprechpartner in psychiatrische Fragestellungen einzubeziehen.